Mentaltraining im Schwimmverein, Schwimmerin im Wasser.

MENTALTRAINING IM SCHWIMMVEREIN: WAS NACH EINEM WORKSHOP BLEIBT

October 29, 2026•3 min read

Anfragen für einen Workshop haben oft denselben Grund: Die jungen Sportlerinnen und Sportler trainieren hart, aber im Wettkampf zeigen sie oft nicht das, was sie im Training können. In diesem Verein war das nicht anders. Das Trainerteam hatte den Eindruck, dass Wettkampfdruck und Erwartungen ihre Schwimmerinnen und Schwimmer immer wieder beeinflussen. Sie wollten, dass die Kids verstehen, was im Kopf passiert, wenn der Stress kommt.

Nach dem Workshop schrieb mir eine der Trainerinnen, was bei ihr und ihrem Schwimm-Team hängengeblieben ist.

„Ich denke, es hat den Sportlern geholfen, einen anderen Blick zu bekommen. Aber vor allem mir als Trainerin hat es geholfen, Ansatzpunkte zu finden, wie ich dazu beitragen kann, Selbstbewusstsein zu entwickeln, Unsicherheiten zu bekämpfen und für eine positive Stimmung zu sorgen.“

Genau das ist der Punkt, den ich in jedem Workshop mit Trainerteams anspreche. Mentale Stärke entsteht nicht in einem einzelnen Termin mit mir, sie entsteht danach, im täglichen Training.

Wenn Trainer und ihr Team verstehen, woran sie arbeiten, wirkt der Workshop in jedem Training weiter.

Negative Gedanken? Innerer Kritiker? Hab ich nicht.

Besonders bei den Älteren war zuerst zu hören, sie hätten keinen inneren Kritiker oder negative Gedanken. Die Trainerin erinnert sich: „Direkt im ersten Training haben wir gemerkt, dass bei jedem negative Gedanken in irgendeiner Form vorhanden sind, und sei es nur die erste Reaktion auf eine Serie.“

Das erlebe ich oft. Viele Infos aus einem Workshop brauchen Zeit, um sich zu setzen. Ich sage ganz gerne, dass sie noch „marinieren“.

Aus diesen negativen Gedanken hat das Team eine eigene Figur gemacht, mit Namen und Gesicht. Seitdem ist sie fester Bestandteil jedes Trainings.

Den Gedanken einen Namen und ein Gesicht zu geben, hilft, sich davon zu distanzieren. Meine Gedanken sagen das, nicht ich selbst. Ich kann den Gedanken wahrnehmen, ohne ihm automatisch zu glauben. Und ich kann üben, meine Aufmerksamkeit wieder auf das zu richten, was mir gerade hilft. Gedanken sind keine Tatsachen. Wenn ich sie bemerke und benenne, kann ich Abstand gewinnen und prüfen, ob ich ihnen glauben möchte.

Frau führt drei Hunde an der Leine, einmal geordnet, einmal Chaos.
Bild KI-generiert.

Wer ist der Boss?

Ein Bild aus dem Workshop kam besonders gut an: drei Hunde, die in verschiedene Richtungen ziehen und für Gedanken, Gefühle und körperliches Befinden stehen können. Keiner der Jugendlichen ist einer der Hunde. Sie stehen in der Mitte und halten die Leine. Das ist die Haltung, die ich vermitteln will: die Fäden selbst in der Hand halten, statt sich von den Hunden ziehen zu lassen.

Das ist auch ein zentrales Thema aus meiner Arbeit mit jungen Sportlerinnen und Sportlern: die innere Führung. Meine Coachees hören mich häufig fragen: „Wer ist der Boss?“ Das Trainerteam hat dieses Konzept aufgegriffen und mit seiner eigenen Figur zu seiner eigenen Version gemacht. Darum geht es mir: eine Sprache finden, mit der ein Team Training für Training arbeitet, statt ihm eine Standard-Methode überzustülpen.

Was ein Workshop leisten kann und was nicht

90 Minuten oder ein Vormittag reichen nicht, um negative Gedanken verschwinden zu lassen, das verspreche ich auch nicht. Was ein guter Workshop schafft: eine gemeinsame Sprache und konkrete Ansatzpunkte, mit denen Trainer und Team weiterarbeiten können, wenn ich längst wieder weg bin.

Ein solcher Workshop kann sinnvoll sein, wenn junge Sportlerinnen und Sportler im Training viel zeigen, im Wettkampf aber mit Druck, Erwartungen, Vergleichen oder negativen Gedanken kämpfen. Inhalt und Dauer passe ich an das Alter der Gruppe und an die Beobachtungen des Trainerteams an.

Du planst einen Workshop für dein Trainerteam oder deinen Verein? Im kostenlosen Kennenlerngespräch klären wir, was dein Team braucht.

Kerstin Waterman
Kerstin Waterman ist Expertin für Sport Mental Coaching für Kinder, Jugendliche und Eltern. Im Coaching und im Blog zeigt sie, wie Familien mentale Stärke und echten Flow im Sportalltag entwickeln.
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